Löschzug
















Rheinbach
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Dokumentation der geschichtlichen Entwicklung des
Löschzuges I der Freiwilligen Feuerwehr der Stadt Rheinbach

1979 - 2004

Das Jahr 1980 war unter anderem gekennzeichnet durch zahlreiche Jubiläen aber auch Todesfällen im Löschzug. Goldene Hochzeit feierten Ernst und Katharina Mauth, Johann und Mechthild Breidenbenden. Zum 90zigsten Geburtstag gratulierte der Löschzug den Kameraden Josef Lung und Josef Frings. Zu Grabe getragen wurden die Kameraden Peter Bürger und Johann Breidenbenden.

Am 24.10.1980 wurde dem langjährigen Wehrführer Hauptbrandmeister Friedel Trumpler der Titel Stadtbrandmeister verliehen. Für Hauptbrandmeister Friedel Trumpler war der Titel Stadtbrandmeister keine neue Würde. Bis zur kommunalen Neuordnung im Jahre 1969 gab es in der Voreifelstadt bereits einen Stadtbrandmeister und für die umliegenden Orte, die eine gemeinsame Amtsvertretung hatten, einen Amtsbrandmeister. Als die bis dahin selbständigen Dörfer und die Amtsvertretung aufgelöst und nach Rheinbach eingemeindet wurden, fielen die Bezeichnungen „Amts-„ und „Stadtbrandmeister“ weg

Gleiches galt für seinen Stellvertreter Lukas Dietrich. Dietrich war von 1957 bis 1964 Wehrführer der Freiwilligen Feuerwehr Wormersdorf, von 1964 bis 1969 Amtsbrandmeister des Amtes Rheinbach-Land und von 1970 bis 1981 stellvertretender Wehrführer der Freiwilligen Feuerwehr der Stadt Rheinbach.

In diesem Zusammenahng wurden auch die bis dahin bestehenden Löschzuge I und II aufgelöst und zu einem Löschzug mit 2 Löschgruppen zusammengefasst.

Insgesamt wurde der Löschzug im Jahre 1980 zu 110 Einsätzen gerufen, wovon 10 Einsätze auf der neuen Autobahn A 61 bewältigt werden mussten.

Am 18. März 1981 verstarb der frühere Wehrführer, Hauptbrandmeister Josef Frings.

Für alle unerwartet erreichte den Löschzug Anfang des Jahres 1982 die Nachricht, dass ihr langjähriger Gruppenführer Hubert Greuel am 23.01.1982 verstorben war. Er hatte sich sehr um die Vorbereitungen der Arbeiten für die 100 Jahrfeier eingesetzt und hatte erheblichen Anteil an der Gestaltung der Dekorfliesen.

Einen Großbrand verzeichnete die Feuerwehr im Jahre 1983. Was anfangs zunächst als Kleinbrand eingeschätzt wurde, entwickelte sich als ein schwer unter Kontrolle zu bringender zwölfstündiger Großbrand. In Oberdrees brannte der Dachstuhl eines landwirtschaftlichen Betriebes. Das Vieh – Bullen, Rinder und Schweine – konnten vor dem Flammentod gerettet werden.

Im Jahre 1984 wurde der Löschzug 163-mal in Anspruch genommen. Prozentual entfallen 26 % aller Einsätze auf die Kategorie der Brandeinsätze, während 74 % auf die technische Hilfeleistung entfallen. Die Zahlen zeigen deutlich, dass die Anforderungen, die an eine freiwillige Feuerwehr gestellt werden zunehmend größer werden und neben einer ständigen Verbesserung der Ausrüstung eine intensive Ausbildung erfordern.

Für den Löschzug I zeigten sich verantwortlich Zugführer OBM J. Radermacher und seine beiden Stellvertreter OBM R. Funke und BM H. Schneider. Die Löschgruppe 1 führte OBM W. Mauel mit seinem Stellvertreter BM K. Hermanns (der im Jahr 1985 die Gruppenführung übernahm); die Löschgruppe 2 OBM W. Orth und BM D. Schneider.
Die Leitung der Rheinbacher Jugendfeuerwehr lag 1984 in den Händen von UBM Günther Nöster, der seit Juni durch UBM Laurenz Kreuser Verstärkung erhielt.

Ende 1984 wurde bekannt, dass der Löschgruppenführer Wim Orth und seine Christa das Karnevalsprinzenpaar der Session 1984/1985 wurden. Gleich war der Löschzug zur Stelle, um das Prinzenpaar hinsichtlich des Prinzenwagens für den Veilchendienstagszug zu entlasten. Damit wurde ein altes Versprechen eingelöst. Feuerwehrverbunden lautete das Motto unseres Prinzenpaares:

„ Tatü Tata Alaaf Ihr Jecken, der Fastelovend det ons schmecke!“

Zu Beginn des Jahres 1985 wurde der Löschzug zu einem schweren Unfall auf die Autobahn 61 gerufen. Bei Nebel mit Sichtweiten unter zehn Meter hatten sich auf beiden Fahrtrichtungen schwere Massenunfälle ereignet. Am Abend war die Situation auf der total gesperrten Autobahn noch so verwirrend, dass die Zahl von neun Todesopfern und neun schwer- und zum Teil lebensgefährlich verletzten Menschen nur eine vorläufige Bilanz war. Die seit Jahren schwerste Verkehrskatastrophe hat nach einer abschließenden Bilanz 11 Menschen das Leben gekostet. Insgesamt wurden 43 Personen verletzt.

Beim traditionellen Kameradschaftsabend in der Feuerwache in Rheinbach wurde UBM Werner Klein aus Niederdrees mit dem Feurwehrehrenzeichen in Gold für 40jährige Mitgliedschaft ausgezeichnet.

Ein besonderes Ereignis in der Arbeit der Jugendfeuerwehr war der erste Jugendfeuerwehrtag in der Rheinbacher Feuerwache am 17. März. Unterstützt durch einige aktive Kameraden hatten die Jugendlichen des Löschzuges I unter der Leitung von Laurenz Kreuser und Erwin Rupp, die Fahrzeughalle der Feuerwache zu einem großen Informationsstand umgerüstet, um den Bürgern Einsicht in die Arbeit der Feuerwehr, aber auch die Jugendarbeit zu geben.

Das große Ereignis des Jahres 1985 war der Wechsel in der Feuerwehr-führung. Nach 46 Jahren aktiver Dienstzeit, davon 22 Jahre in Führungsverantwortung, wurde Stadtbrandmeister Friedel Trumpler in den wohlverdienten Ruhestand versetzt.

STBM  Friedel Trumpler

Stadtbrandmeister Trumpler vollendete Anfang Juni 1985 sein 62. Lebensjahr. Seit Sommer 1983 leitete er die Wehr aufgrund einer Ausnahmegenehmigung des Rhein-Sieg-Kreises, da seinerzeit kein Nachfolger mit der erforderlichen Qualifikation vorhanden war. Nachdem diese fachliche Hürde durch Hauptbrandmeister Ewald Zimmermann genommen war, stand der Wechsel in der Wehrführung an. Mit dem Kommandowechsel an der Spitze der Feuerwehr wurde auch der vorerst kommissarische stellvertretende Stadtbrandmeister Rudi Funke in sein Amt eingeführt.

Verabschiedet wurde Friedel Trumpler am 25.05.1985 mit einem Abschiedsappell auf dem Prümer Wall, gegenüber seiner Wohnung. Es beteiligten sich die Löschzüge und Abordnungen der Feuerwehren der Partnerstädte Villeneuve-lez-Avignon und Deinze sowie des Kreisfeuerwehrverbandes des Rhein-Sieg-Kreises hieran.

Am 31. Juli des gleichen Jahres wurde StBM a.D. Friedel Trumpler im Rahmen einer Brandmeisterdienstbesprechung zum Ehrenstadtbrandmeister der Freiwilligen Feuerwehr der Stadt Rheinbach ernannt.

Übergabe ELW, 1985

Im Oktober 1985 hatte der aus allen Schweißnähten krachende fünfzehn Jahre alte Kommandowagen endgültig ausgedient. Durch eine Umschichtung der städtischen Personenwagen konnte über den so genannten kleinen Dienstweg direkt ein Einsatzfahrzeug beschafft werden. Es handelte sich dabei um einen bisher bereits mit hoher Kilometerleistung für die Verwaltung eingesetzten Wagen. Dieser Wagen diente fortan als Kommandowagen für die Feuerwehr.

Nach schwerer Krankheit, kurz vor der Vollendung seines 82. Lebensjahres, verstarb der ehemalige Wehrführer OBM Jakob Kribbeler. Er organisierte in den Kriegsjahren den Luftschutz und war, nachdem in den Kriegsjahren kein männlicher Nachwuchs zur Verfügung stand, für den Aufbau einer Frauen-Löschgruppe verantwortlich.

1986 konnten durch die Einbeziehung der freigewordenen Wohnung in der Feuerwache Rheinbach dringend benötigte Räumlichkeiten geschaffen werden.

Am Kameradschaftsabend am 11. Januar 1986 erhielten eine Vielzahl von Kameraden der Feuerwehr Rheinbach das Feuerwehrehrenzeichen in Gold. Für den Löschzug konnten diese Ehrung die Kameraden OFM Matthias Kramer, OFM Johann Lierz, UBM Karl Pütz, OBM Jakob Radermacher, BM Heinz Schneider und OFM Paul Tils entgegen nehmen.

Im Rahmen einer Feierstunde am 04. April in der Feuerwache Rheinbach wurde dem ehemaligen Wehrführer und Ehrenstadtbrandmeister Friedel Trumpler durch Landrat Dr. Franz Möller das Bundesverdienstkreuz verliehen.

Einer der Höhepunkte war der Tag der offenen Tür unter dem Motto „Schauen Sie mal hinter die 112“, den der Löschzug und die Jugendfeuerwehr am Pfingstsonntag auf dem Prümer- und Himmeroder Wall organisierten. Während des gesamten Tages fanden Übungen aller Löschgruppen und der Jugendfeuerwehren statt. Fahrzeug- und Geräteaustellungen rundeten den Tag ab. Über 3000 Besucher waren mit dem gebotenen Programm zufrieden.

Im Rahmen einer kleinen Feierstunde übergab Bürgermeister Heinz Büttgenbach den neuesten Einsatzwagen, einen Rüstwagen, der insbesondere bei Verkehrsunfällen in Rheinbach und auf der Autobahn 61 eingesetzt werden soll, an Stadtbrandmeister Ewald Zimmermann.

Rüstwagen RW 1

3 Großbrände kennzeichneten ebenfalls das Jahr 1986. Keiner der beim Einsatz beteiligten Feuerwehrkameraden des Löschzuges bei einem Brand in der Tischfabrik Hoffmann konnten ahnen, dass sie sich in den nächsten 43 Stunden im Einsatz befinden würden. Knapp 2 Stunden nach dem Einsatzende in der Tischfabrik war eine Benzinspur nach einem Verkehrsunfall in Rheinbach-Wormersdorf zu beseitigen. Am nächsten Morgen gegen halb acht ein erneuter Alarm. An der Auffahrt zur A 61 war die Fahrbahn aufgrund einer 250 m langen Ölspur verunreinigt. Am Nachmittag gegen 16.30 Uhr dann heulten wiederum die Sirenen in Rheinbach. Feueralarm für die Feuerwehr Rheinbach, Brand in Gut Waldau.

Schon vor dem Eintreffen der Fahrzeuge an der Einsatzstelle war das Ausmaß des Brandes durch eine gewaltige Rauchwolke zu erkennen. Nach kurzer Zeit waren 61 Feuerwehrmänner im Einsatz und bekämpften mit einem Wasserwerfer, zwei B- und sechs C-Rohren den Brand. Nur 40 Minuten dauerte es, bis der Einsatzleiter und stellvertretende Stadtbrandmeister Rudi Funke die Meldung „Feuer unter Kontrolle“ durchgeben konnte. Dieser Einsatz war die größte Herausforderung des kommissarischen Stadtbrandmeisters, die er hervorragend meisterte.

Im Laufe der Nacht und des folgenden Sonntags wurden die eingesetzten Mannschaften nach und nach durch die Löschgruppen der Ortsteile abgelöst, so dass nach Einsatzende 142 eingesetzte Feuerwehrmänner gezählt wurden.

Ebenfalls in dem Jahr brannten Stallungen in Niederdrees nieder. Der Brand hielt 50 Feuerwehrleute über 16 Stunden im Einsatz. Das Feuer zerstörte Scheune und Stallungen des Hofes Wolf, mit einem Sachschaden über 50.000,- DM.

Beim Kameradschaftsabend am 24. Januar 1987 wurde für mehr als 35jährigen aktiven Feuerwehrdienst mit dem Feuerwehrehrenzeichen in Gold Kamerad Josef Meerkamp (Ramershoven) ausgezeichnet.

Am 04. Juli 1987 fand aus Anlass des 10jährigen Bestehens der Jugendfeuerwehrgruppen aus Rheinbach und Hilberath-Todenfeld in Rheinbach die Austragung der Wettkämpfe um die Leistungsspange der Jugendfeuerwehren statt. Von den über 300 Teilnehmern – vorwiegend aus dem Regierungsbezirk Köln – nahmen etwa 170 Jugendfeuerwehrleute an dem Zeltlager im Freizeitpark Rheinbach teil, das am Abend des 3. Juli begann.

Heinz Schneider als St. Martin, 1987

Nach 20 Jahren übergab OBM Heinz Schneider die Rüstung des römischen Offiziers (St. Martin) an OFM Christian Esser, der am 10.11.1987 erstmals hoch zu Roß den Fackelzug anführte. Für St. Martins Sicherheit sorgte wie schon in der Vergangenheit OFM H. Schorn.

Großen Dank und Anerkennung verdiente in diesem Zusammenhang der 86jährige UBM Karl Pütz, der seit nunmehr 50 Jahren als Kassierer des Löschzuges für die finanzielle Absicherung des St. Martinszuges verantwortlich war.

Am 04. Dezember 1987 erfolgte die offizielle Verabschiedung unseres Löschzugführers OBM Jakob Radermacher. Mit erreichen der Altersgrenze von 60 Jahren verabschiedete Stadtbrandmeister Ewald Zimmermann ihn in die Alters- und Ehrenabteilung. Fast vier Jahrzehnte war Jakob Radermacher bei der Feuerwehr, die Hälfte davon als Löschgruppenführer. Gleichzeitig wurde OBM Dieter Schneider kommissarisch als Löschzugführer eingesetzt. Mit einem Fackelzug durch die Rheinbacher Innenstadt und einem gemütlichen Abend in der Schützenhalle ehrte der Löschzug seinen langjährigen Zugführer.

OBM J. Radermacher

Mit Beginn des Jahres 1988 wechselte auch die Stellvertretung in der Gruppenführung der einzelnen Löschgruppen. Stellvertreter der Löschgruppe 1 wurde BM W. Mertens und Stellvertreter der Löschgruppe 2 wurde BM L. Kreuser. Daraus ergab sich auch eine Umstrukturierung in der Verantwortlichkeit der Jugendfeuerwehr. Die Betreuung der Jugendlichen des Löschzuges I übernahmen die Kameraden UBM J. Begerow, UBM A. Roehder, OFM E. Rupp und FM V. Kiep.

Kamerad Peter Eichen (Queckenberg) wurde am Kameradschaftsabend der Gesamtwehr mit dem Feuerwehrehrenzeichen in Gold für mehr als 35jährige aktiven Feuerwehrdienst ausgezeichnet.

Ein trauriges und wohl für lange Zeit nachwirkendes Ereignis geschah am 14. August 1988. Es war der frühe Tod unseres Kameraden Hans Toni Ley, der erst 22jährig bei einem Autounfall in Oberdrees sein Leben verlor. Wir selbst mussten ihn aus den Trümmern seines Fahrzeuges bergen. Seine Ehefrau und Beifahrer wurden bei dem Unfall schwer verletzt.

Ende 1988 wurde bekannt, dass wiederum ein „Feuerwehr-Prinzenpaar gefunden war. Zugführer Dieter Schneider und seine Biggi wurden das Karnevalsprinzenpaar der Session 1988/1989.

Nach der Anhörung der Wehr am 05.06.1989 zur Neuernennung der Wehrführung nach den geänderten Vorschriften des FSHG wurde Stadtbrandmeister Ewald Zimmermann im Stadtrat am 04. September 1989 wieder gewählt.

In der Brandmeistersitzung am 15. November 1989 wurde OBM Rudolf Funke aus dem Amt des stellvertretenden Wehrführers der Stadt Rheinbach verabschiedet und HBM Matthias Zikeli aus Niederdrees wurde zum neuen kommissarischen stellvertretenden Wehrführer bestellt.

Im Jahre 1990 formierte sich die Gruppenführung der Löschgruppen wiederum neu. Zuständig für die Löschgruppe 1 war zukünftig OBM L. Kreuser und BM W. Mertens. Für die Löschgruppe 2 OBM W. Orth und OBM K.P. Schwenker.

Beim alljährlichen Kameradschaftsabend am 20. Januar 1990 standen wieder zahlreiche Ehrungen auf dem Programm. Für 35jährigen aktiven Feuerwehrdienst mit dem Feuerwehrehrenzeichen in Gold wurden die Kameraden Heinrich Schurz (Niederdrees), Karl Emming (Flerzheim), Paul Geuer (Flerzheim) und Josef Hilberath (Ramershoven) ausgezeichnet.
Eine besondere Ehrung erfuhr unserer Kamerad Gregor Kreuser. Kreisbrandmeister Wolfgang Mirbach verlieh ihm für seine Verdienste bei der Feuerwehr Rheinbach das Deutsche Feuerwehr-Ehrenkreuz in Silber. Er durfte damit einen nicht alltäglich verliehenen Orden in Empfang nehmen.

Während des Stadtfeuerwehrtages am 13. Mai 1990 erhielt Kamerad Hans Orth die Ehrennadel des Kreisfeuerwehrverbandes des Rhein-Sieg-Kreises verliehen.

Gerätewagen Gefahrengut, 1990

Am 10. August 1990 wurde der erste Gerätewagen-Gefahrgut (GW-G) der 7,5-t-Klasse im Rhein-Sieg-Kreis bei uns im Löschzug in Dienst gestellt. Diese Ergänzung des Fahrzeugparks war im Hinblick auf die Gefahrguttransporter, die immer wieder die Autobahn 61 befahren, notwendig geworden, um mit Spezialgeräten schnell und zielgerichtet Umweltkatastrophen verhindern zu können.
Das Fahrzeug wird im Rahmen der Nachbarschaftshilfe auch den umliegenden Gemeinden mit ausgebildeten Feuerwehrleuten zur Verfügung stehen.

Zum Ende des Jahres konnte dann auch noch ein neuer Mannschaftstransportwagen in den Dienst gestellt werden. Das Fahrzeug soll einerseits als Manschaftstransportwagen dazu dienen, im Falle eines Brandes die Hilfsmannschaften schneller an den Brandort zu befördern und andererseits als ELW 1 die Möglichkeit geben, die notwendigen kommunikativen Einsatzgeräte bereit zu stellen

Zwei Kameraden der Feuerwehr Rheinbach freuten sich beim Kameradschaftsabend am 19. Januar 1991 über die Verleihung des Feuerwehrehrenzeichens in Gold für 35jährige aktive Feuerwehrtätigkeit. Es handelte sich um die Kameraden Karl-Heinz Schurz (Niederdrees) und Willi Fuß (Ramershoven).

Am 31. Mai 1991 vollendete UBM Karl Pütz sein 90. Lebensjahr. Der Löschzug ehrte den verdienten Kameraden mit einem Fackelzug, der den aus der Feuerwehr hervorgegangenen Spielmannszug Rheinbach musikalisch begleitete.

In der Zeit 15. bis 16. Juni 1991 veranstaltete der Löschzug ein Feuerwehrfest zum krummen Geburtstag „112“ als Anlehnung an die Telefonnummer des Notrufes, mit Unterstützung aller Löschgruppen auf den Wällen der Stadt Rheinbach. Der Auftakt am Samstagabend war ein Tanzabend im Festzelt, dessen Höhepunkt ein Auftritt des Entertainers Mirca Krishan war. Ein musikalischer Frühschoppen stand am Beginn des zweiten Tages. Zeitgleich hierzu startete die große Fahrzeug- und Geräteschau, die durch zahlreiche Schauübungen ergänzt wurde.

Beim Kameradschaftsabend am 18. Januar 1992 wurde eine Änderung in der Führung der Rheinbacher Jugendfeuerwehr offiziell vollzogen. OBM Uwe Bartels, Hilberath, gab nach zehnjähriger erfolgreicher Jugendarbeit sein Amt als Stadtjugendfeuerwehrwart aus gesundheitlichen Gründen an OBM Hans Peter Kleefuß, Wormersdorf, ab. Kreisjugendfeuerwehrwart OBM Norbert Gierlach überreichte OBM Bartels die Ehrennadel der Deutschen Jugendfeuerwehr in Silber als Ausdruck der Anerkennung und des Danks für die geleistete Arbeit.
Der Feuerwehrkamerad Johannes Schneider (Oberdrees) freute sich über die Verleihung des Feuerwehrehrenzeichens in Gold für 35jährige Tätigkeit in der Feuerwehr.
Ebenfalls änderte sich die Stellv. Gruppenführung in der Löschgruppe 2 des Löschzuges. Die Aufgaben der Stellvertretung übernahm BM H.T. Keldenich.

Am 21. Juni 1992 fand anlässlich des 15jährigen Bestehens der Jugendfeuerwehr des Löschzuges ein Tag der offenen Tür im Feuerwehrhaus am Brucknerweg statt. Ob die Initiative von den Jugendlichen oder den Aktiven ausging, ist nicht mehr eindeutig zu klären. Fest steht jedoch, dass die Jugendfeuerwehr mit damals 11 Mitgliedern im Frühjahr 1977 gegründet wurde. Verantwortlich zum Jubiläum für die Jugendfeuerwehr zeigen sich die Betreuer FM Johannes Esser, FM Rainer Spee und als Leiter OFM Thomas Spilles.

Ein besonderes Ereignis bot der 27. August 1992. Matthias Kramer, Alterskamerad des Rheinbacher Löschzuges, feierte mit seiner Frau Wilhelmina das Fest der Goldhochzeit. Der Löschzug, dem Matthias Kramer seit Februar 1935 angehörte, ehrte das Jubelpaar mit einem Fackelzug, in den sich auch Stadtdirektor Heinrich Kalenberg einreihte.

Am 08. Dezember 1992 wurde der Kameradschafts-Verein der Freiwilligen Feuerwehr der Stadt Rheinbach als nichtrechtsfähiger Verein gegründet, dem sich die einzelnen Löschgruppen als weitere nichtrechtsfähige Mitgliedsvereine anschließen können.

Beim Kameradschaftsabend am 23. Januar 1993 wurden die Kameraden Willi Simons (Rheinbach), Winand Jonen (Hilberath) und Manfred Winnen (Hilberath) für 35jährigen aktiven Feuerwehrdienst mit dem Feuerwehrehrenzeichen in Gold ausgezeichnet.

Anfang Mai 1993 wurde eine neue (alte) Drehleiter DLK 23-12 im Löschzug in Dienst gestellt. Die Leiter war bei ihrem Erwerb durch die Stadt Rheinbach bereits 10 Jahre alt. Dank der schnellen Reaktion der Stadtverwaltung Rheinbach und dem Vorsitzenden des Feuerwehr- und Bauausschusses konnte die Leiter der Rotterdamer Stadtverwaltung und einer Chemiefirma vor der Nase weggeschnappt und in den Fahrzeugpark der Feuerwehr Rheinbach integriert werden.

Vom 18. bis 20. Juni 1993 fanden ein Zeltlager sowie der Familientag des Löschzuges statt. Am Freitag zogen 20 Mann des Löschzuges gut ausgerüstet zum nahe gelegenen Grillplatz in Wormersdorf. Abends saß man am Lagerfeuer bei Bier und Gitarrenmusik fröhlich zusammen. Der Samstagmorgen startete mit einem zünftigen Frühschoppen ehe im Laufe des Nachmittags die Ehefrauen mit Kindern nach einer Wanderung durch den Stadtwald dazu stießen.

Für 35jährigen aktiven Feuerwehrdienst wurden am Kameradschaftsabend am 22. Januar 1994 die Kameraden Christian Esser (Rheinbach), Johannes Breuer (Neukirchen) und Hans-Dieter von Meer (Niederdrees) mit dem Feuerwehrehrenzeichen in Gold ausgezeichnet.
Eine weitere Ehrung erhielt OBM Wilfried Orth, als er die Feuerwehrehrennadel des Rhein-Sieg-Kreises während einer Dienstbesprechung von Kreisbrandmeister Walter Jonas überreicht bekam.

Das Jahr 1995 brachte erneut ein Feuerwehr-Prinzenpaar und zwar unseren Kamerad Jörg Orth und seine Frau Andrea hervor. Das Prinzenpaar der Session 1994/1995.

Zu Beginn des Jahres 1995 veränderte sich die Führungsstruktur des Löschzuges I innerhalb der Löschgruppe 1. Fortan waren die Kameraden OBM W. Mertens und OBM H. Klein für die Führung der Löschgruppe verantwortlich. Auch die Führungsstruktur der Jugendfeuerwehr wurde umorganisiert. Der Leiter UBM T. Spilles bekam einen neuen Stellvertreter. Zukünftig kümmerte sich FM A. Mirbach als Stellvertreter um die Jugendlichen des Löschzuges.

Im Mai 1995 wählte der Stadtrat den langjährigen Stadtbrandmeister Ewald Zimmermann für eine weitere Amtszeit von 6 Jahren wieder. Für den nicht mehr erneut kandidierenden stellv. StBM Matthias Zikeli wurden die Hauptbrandmeister Laurenz Kreuser und Dieter Schneider zunächst für zwei Jahre kommissarisch berufen. Wie es dazu hieß, hätten die beiden in dieser Zeit zwei noch fehlende Lehrgänge an der Feuerwehrschule des Landes zu absolvieren.

UBM Gregor Kreuser

Der Löschzug ehrte am 01.07.1995 seinen Feuerwehrkameraden UBM Gregor Kreuser anlässlich seines 60zigsten Geburtstages mit einem Fackelzug. Unter großem Beifall der Kameraden fand die Würdigung des Jubilars mit Übergabe einer „Feuerwehrdienstvorschrift FwDV 60 / 1935“ und seiner Einsatzuniform über die Drehleiter für seine langjährige, engagierte Tätigkeit für die Feuerwehr im Himmeroder Hof statt. In der Brandmeisterdienstbesprechung im Juli 1995 wurde er nach 33 Jahren bei der Freiwilligen Feuerwehr aus dem aktiven Dienst verabschiedet.
Die „Führungskraft mit Zigarre“ verlässt den Kommandostand der Drehleiter und wechselt in die Ehren- abteilung.

Bei einem Tag der offenen Tür am 15.10.1995 demonstrierte der Löschzug der Bevölkerung seine Leistungsfähigkeit. Eine Fahrzeugausstellung, Fotoausstellung sowie einige Übungen der Jugendfeuerwehr in und um die Feuerwache Brucknerweg fand bei der Bevölkerung eine überraschend große Resonanz.

Im November des Jahres 1995 sprach der Bonner Polizeipräsident Dirk H. Schnitzler der Feuerwehr ein großes Lob aus. Er übermittelte Dank, Lob und Anerkennung für die Unterstützung der Polizei bei der Such- und Rettungsaktion nach einer schwerverletzten Frau im Todenfelder Wald.

Beim Kameradschaftsabend am 20.01.1996 wurden für 35jährigen aktiven Feuerwehrdienst mit dem Ehrenzeichen in Gold die Kameraden OFM Heinz Raaf (Niederdrees) und OFM Kaspar-Josef Hüllen (Hilberath) ausgezeichnet.

Am 05.02.1996 verstirbt plötzlich und unerwartet der frühere Wehrführer und erste Stadtbrandmeister nach der kommunalen Neuordnung Friedel Trumpler im Alter von 72 Jahren.

Erstmals in der Geschichte des Löschzuges starteten die Feuerwehrkameraden nebst Anhang einen 2-Tages-Ausflug vom 26. bis 27. Oktober 1996 in den Nordschwarzwald mit Abstecher nach Straßburg. Für alle Teilnehmer war klar „ein gelungener Ausflug“.

Am Kameradschaftsabend am 18. Januar 1997 wurde der Kamerad OBM Hans-Peter Janssen (Wormersdorf) mit der Ehrennadel des Kreisfeuerwehrverbandes und der Kamerad OBM Hans Peter Kleefuß (Wormersdorf) mit der silbernen Ehrennadel der Deutschen Jugendfeuerwehren ausgezeichnet.
Für 35jährige aktive Zugehörigkeit zur Feuerwehr wurden die Kameraden Heinz Schneppen (Oberdrees) und Hans Peter Kleefuß (Wormersdorf) mit dem Feuerwehrehrenzeichen in Gold ausgezeichnet.

OBM Rudi Funke

Darüber hinaus erfolgte noch eine besondere Ehrung in der Feuerwache Rheinbach. Mit dem vom Deutschen Feuerwehrverband höchsten Auszeichnung, dem Feuerwehr-Ehrenkreuz in Gold wurde die Jahrzehnte währende Arbeit von OBM Rudi Funke gewürdigt. Zur Verleihung zitierte Kreisbrandmeister Walter Jonas einen Ausspruch des amerikanischen Präsidenten John F. Kennedy: „Fragt nicht, was euer Land für euch tun kann. Fragt, was ihr für euer Land tun könnt“.

Nach 6 Jahren Verantwortlichkeit für die Leitung der Jugendfeuerwehr Rheinbach übergab Thomas Spilles die Jugendlichen in die Führung der Kameraden A. Mirbach und T. Zeimet. Diese Übergabe sollte jedoch nicht von langer Dauer sein, denn bereits im Jahr 1998 kam T. Spilles zurück zur Jugendfeuerwehr und führte diese als Jugenfeuerwehrwart bis zum heutigen Tage weiter. Vertreten wurde er in den nachfolgenden Jahren von den Kameraden T. Zeimet, S. Hermanns und M. Simons.

Im November des Jahres 1997 Großeinsatz für die Feuerwehren rund um Meckenheim. Um 4.55 Uhr rückten die Löschzüge aus Meckenheim, Alfter, Rheinbach und Wachtberg zu einem Brand bei der Holzhandlung Blum in den Meckenheimer Industriepark Kottenforst aus. Zu Spitzenzeiten schossen 8300 Liter Wasser pro Minute aus sieben B-Rohren, drei C-Rohren und zwei Wenderohren in die brennende 2100 Quadratmeter große Halle. Als Kreisbrandmeister Walter Jonas gegen 7.40 Uhr die erlösende Mitteilung vom „Feuer in Gewalt“ gab, ragten von der Holzhandlung Blum nur noch Mauerreste und Stahlträger in die Luft.

Bei einem Tag der offenen Tür am 16.08.1998 demonstrierte der Löschzug der Bevölkerung seine Leistungsfähigkeit. Eine Fahrzeugausstellung sowie einige Übungen unter Beteiligung der anderen Löschgruppen der Stadt Rheinbach in und um die Feuerwache Brucknerweg fand bei der Bevölkerung eine überraschend große Resonanz, so dass der Tag als voller Erfolg für den Löschzug gewertet werden kann.

Am 16.10.1998 wurde HBM Laurenz Kreuser offiziell in den Ehrenbeamtenstand auf Zeit berufen. Stadtdirektor Martini ernannte ihn zunächst bis Juni 2001 zum stellvertretenden Wehrführer der Stadt Rheinbach. Eigentlich übte er dieses Amt bereits kommissarisch seit 1995 aus. Zur offiziellen Bestätigung seiner Tätigkeit fehlten ihm jedoch der Führungslehrgang F/B V, den er inzwischen, genau wie der weitere Stellvertreter HBM Dieter Schneider, nachgeholt hatte.

Am 12.12.1998 feierte unserer Kamerad Rudi Funke in der Mehrzweckhalle Hilberath seinen 60jährigen Geburtstag, zu dem er den kompletten Löschzug, die Alters- und Ehrenabteilung und die inaktiven Kameraden nebst Anhang eingeladen hatte. Im Verlauf des Abends verabschiedeten wir ihn aus dem aktiven Dienst des Löschzuges mit Übergabe seiner Einsatzkleidung im Rahmen eines simulierten Atemschutzeinsatzes und einer „Feuerwehrdienstvorschrift FwDV 60 / 1938“. Er bat seine Gäste auf Geschenke zu verzichten und stattdessen lieber eine Spende zur Unterstützung der Jugendfeuerwehr Rheinbach zu entrichten. Am Kameradschaftsabend am 16. Januar 1999 bat Rudolf Funkes Sohn Jürgen den Stadtjugendfeuerwehrwart Hans-Peter Kleefuß nach vorne und überreichte ihm einen Scheck in Höhe von 1000 Mark.

Beim Neujahrsempfang am 08.01.1999 verabschiedeten wir unseren Kameraden Rudi Funke offiziell in die Alters- und Ehrenabteilung. Wir empfingen ihn und seine Gattin Brigitte mit einem Fackelzug an der Schützenhalle und verabschiedeten ihn anschließend mit einer „auf den Punkt treffenden Laudatio“ und der Übergabe eines Geschenkes.
Darüber hinaus wurde ihm am Kameradschaftsabend der Gesamtwehr am 16.01.1999 eine besondere Ehre zuteil. Neben dem Feuerwehrehrenzeichen in Gold für 35-jährigen aktiven Feuerwehrdienst wurde er zum „Ehrenoberbrandmeister“ ernannt. Mit Jubel und „Standing ovations“ der über 350 Gäste wurde die Ehrung des Kameraden Rudi Funke begleitet, der sichtlich bewegt diese Ehrung entgegen nahm.
Ebenfalls erhielten Stadtbrandmeister Ewald Zimmermann und OFM Hans Fuhs (Ramershoven) das Feuerwehrehrenzeichen in Gold für 35jährigen aktiven Feuerwehrdienst.
Auch die erste Feuerwehrfrau konnte durch Stadtbrandmeister Ewald Zimmermann am Kameradschaftsabend in den aktiven Feuerwehrdienst übernommen werden. Nach mehrjähriger Dienstzeit in der Jugendfeuerwehr Ramershoven wurde Anne Schragen als erste und zu der Zeit einzige Wehrfrau in den aktiven Dienst gestellt.

TLF 16/25, 1999

Am 03.12.1999 wurde im Rahmen einer kleinen Feierstunde dem Löschzug I ein neues Tanklöschfahrzeug TLF 16/25 übergeben.

Umfangreiche Vorbereitungen traf die Rheinbacher Feuerwehr für die Silvester-Nacht 1999/2000. So wurde die Wache des Löschzuges von 19.00 Uhr bis 2.00 Uhr in einer notwendigen Stärke besetzt, um beim Wechsel ins neue Jahrtausend auf evtl. auftretende Probleme in der Strom- und Telekommunikations- versorgung direkt reagieren zu können. Auch die Feuerwehrgerätehäuser in den Ortschaften wurden besetzt. Sollte es zu einem Ausfall kommen, sollten die Feuerwehrleute sofort ihre Fahrzeuge besetzen, um somit als Anlaufstelle für die Bevölkerung dienen zu können. Alle Fahrzeuge konnten sich über Funk untereinander und mit der Feuerwache verständigen. Erweitert wurde die Bereitschaft der Feuerwehrleute durch Mitarbeiter des Ordnungsamtes, Mitarbeiter des Wasserwerkes und Mitarbeiter des Bauhofes.

Nachdem der Datumswechsel ohne das befürchtete Computerchaos stattgefunden hatte, begrüßte das neue Jahr den LZ I mit einem Großbrand. Da alle Kameraden ohnehin die Nacht auf der Feuerwache verbracht hatten, konnten sie unverzüglich nach der Alarmierung mit der Löschgruppe Niederdrees zum Einsatzort einer Lagerhalle der Fa. Blaschke in Rheinbach ausrücken. Die Löscharbeiten zogen sich bis in die frühen Morgenstunden hin.

Beim Kameradschaftsabend am 22.01.2000 hat die Feuerwehr Rheinbach wieder einen „Altgedienten Feuerwehrmann“ an die Alters- und Ehrenabteilung abgegeben. Per Gesetz musste OBM Hans Kirchhartz am 07.10.1999 nach 35 Dienstjahren aus dem aktiven Feuerwehrdienst ausscheiden. Neben dem Feuerwehrehrenzeichen in Gold wurde Kamerad Kirchhartz zum „Ehrenoberbrandmeister“ ernannt.
Daneben erhielten die Kameraden OFM Hubert Clemens (Rheinbach) und OFM Heinz-Georg Zavelberg (Oberdrees) ebenfalls das Ehrenzeichen in Gold.
Mit einer Überraschung wartete der Amtsdirektor des mit der Stadt Rheinbach befreundeten Amtes Döbern in Brandenburg, Werner Guggenberger, aus. Er überreichte der Rheinbacher Feuerwehr als Dank für die beispielhafte Zusammenarbeit und Unterstützung über die Landesgrenzen hinweg die Feuerwehr-Ehrenschleife des Landes Brandenburg.

Beim Stadtfeuerwehrtag am 28.05.2000 wurde dem Ratsmitglied Günter Zavelberg eine besondere Ehrung zuteil. Da Herr Zavelberg sich stets um die Belange der Feuerwehr Rheinbach und hier insbesondere für die Belange der Jugendfeuerwehr eingesetzt hat, wurde ihm durch den Landesjugendfeuerwehrwart Jakob Lukas die Floriansmedaille des Landes-Nordrhein-Westfalen überreicht.

Im Jahr 2000 konnten drei Kameraden der Alters- und Ehrenabteilung runde Geburtstage feiern. Wir gratulierten Kurt Hermanns (50 Jahre), Heinz Schneider (70 Jahre) und Heinz Voigt (70 Jahre).

Aus dem Einsatzgeschehen des Jahres sind 2 Einsätze besonders herauszustellen. Nach dem Zusammenstoß zweier Lastwagen auf der Autobahn 61 sind größere Mengen Leim- und Lösungsmittel auf die Fahrbahn ausgelaufen. Wir konnten uns nur in Gefahrgut-Schutzanzügen der Einsatzstelle nähern und forderten zur Bergung des Leims die Spezialisten der Werksfeuerwehr des Chemieunternehmens Henkel an. Die Fässer mit dem Gefahrgut blieben zum Glück unbeschädigt. Außer uns waren Kräfte aus Meckenheim und Swisttal, ein Messtrupp aus Troisdorf sowie der Kreisbrandmeister Walter Jonas und sein Stellvertreter Balthasar Schumacher an der Einsatzstelle.
Brandstiftung war vermutlich die Ursache eines großen Brandes im DRK-Lager in Meckenheim-Merl, das rund 100 Feuerwehrleute mehrere Stunden in Atem hielt. Die Flammen vernichteten wertvolles Material und Fahrzeuge mit dem das DRK in Notsituationen hilfsbedürftigen Menschen hilft. Neben allen Meckenheimer Löschgruppen waren der Löschzug sowie Einsatzkräfte aus Miel und Wachtberg-Villip im Einsatz.

Auch im Jahre 2001 konnten wieder verdiente Feuerwehrmänner und zwar OBM Günter Eichen (Queckenberg) und OFM Hans-Josef Euenheim (Niederdrees) mit dem Feuerwehrehrenzeichen in Gold für 35jährigen aktiven Feuerwehrdienst beim alljährlichen Kameradschaftsabend der Gesamtwehr ausgezeichnet werden.

Unser Ehrenlöschzugführer Jakob (Köbes) und seine Frau Christine Radermacher feierten am 24.03.2001 ihre Goldene Hochzeit. Das Jubelpaar wurde vom Löschzug mit einem Fackelzug und musikalischer Begleitung durch die Printemänner vom Lindenplatz zur Schützenhalle begleitet, wo man in gemütlicher Runde einige Stunden verbrachte.

Am 19.06.2001 nahmen wir Abschied von unserem inaktiven Mitglied Peter Raaf der bei einem schweren Verkehrsunfall, bei dem wir selber im Einsatz waren, sein Leben verloren hatte. Der Löschzug nahm durch ein letztes Geleit Abschied von Peter Raaf.

Am Ende der Ferien, im August 2001, wurden die Löschzugführung und die Löschgruppenführung verändert. Der Löschzugführer Dieter Schneider bekam nun endlich nach abgeschlossener Zugführerprüfung seinen Stellvertreter. Kamerad Hubert Klein wurde nach bestandener Prüfung zum stellvertretenden Zugführer des Löschzuges I eingesetzt. Auch wurde die Führung der Löschgruppen an jüngere Kameraden abgegeben. OBM Wilfried Orth und OBM Willi Mertens gingen einen Schritt zurück und übergaben die Löschgruppenführung an die Kameraden Volker Kiep und Jürgen Funke.

Goldhochzeit konnte unser Kamerad Heinz Schneider und seine Frau Gisela am 13.10.2001 feiern. Der Löschzug gratulierte den beiden und begleitete sie mit zwei Festzügen zu den jeweiligen Feierlichkeiten.

Das traditionelle Kirmesfeuerwerk, wozu wir jedes Jahr die Brandsicherheitswache stellen, fiel in diesem Jahr dem Terroranschlag auf das World-Trade-Center in den USA zum Opfer, bei dem auch viele amerikanische Feuerwehr-Kameraden ihr Leben verloren haben.

Am 29.12.2001 verstarb unser Kamerad Johann Lierz im Alter von 97 Jahren. Die Kameraden des Löschzuges erwiesen ihm am 03.01.2002 die letzte Ehre.

Zum ersten Mal in der Geschichte der Feuerwehr Rheinbach fand der traditionelle Kameradschaftsabend der Gesamtwehr am Anfang jeden Jahres in der Stadthalle Rheinbach statt. An diesem Abend, am 19.01.2002, wurden die Kameraden Peter-Johannes Bahners (Ramershoven), Hans-Peter Eichen (Queckenberg), Franz Erich Fuhs (Niederdrees), Hubert Henn (Wormersdorf), Hans Josef Huk (Flerzheim), Johannes Dieter Macha (Oberdrees) und Martin Schäfer (Schäfer) geehrt.

Erneut beschäftigte uns die Autobahn 61 am 27.03.2002 bei einem schweren LKW-Unfall. In Höhe des ADAC-Verkehrsübungsplatzes bei Weilerswist war ein Lastwagen auf einen vorausfahrenden aufgefahren und vier weitere Lastwagen in einem Folgeunfall verwickelt. Als erste Kräfte waren Feuerwehrangehörige der Löschgruppe Miel am Einsatzort. Sie mussten einen eingeklemmten Lastwagenfahrer aus seinem Wagen befreien. Feuerwehren aus Meckenheim und wir kamen hinzu und übernahmen die Löscharbeiten an den brennenden Lastwagen.

Am 09. Juni 2002 unterstützte der Löschzug seine Jugendfeuerwehr beim Tag der offenen Tür zum 25jährigen Bestehen der Jugendfeuerwehr. Zahlreiche Gratulanten erschienen auf dem Gelände der Feuerwache und überbrachten ihre Glückwünsche. Alles in allem ein gelungener Tag.

In den Sommerferien wurden durch den Löschzug umfangreiche Renovierungs- und Instandsetzungsarbeiten am Feuerwehrgerätehaus vorgenommen. Dabei wurden von den Kameraden zahlreiche Sonderstunden außerhalb des normalen Feuerwehrdienstes geleistet, um das Feuerwehrgerätehaus insgesamt in einen frisch renovierten Zustand zu bringen. Unterstützt wurde die Aktion durch Mitarbeiter des Baubetriebshofes sowie finanzieller Unterstützung durch die Stadt Rheinbach.

Am 16.08.2002 feierte unserer Kamerad Heinz Voigt mit seiner Ehefrau Christine Goldhochzeit. Wir begleiten das Jubelpaar mit einem Festzug zu ihren Feierlichkeiten.

Alle Hände voll zu tun hatten wir am 27. Oktober 2002. Orkantief „Jeanett“ fegte über unsere Stadt hinweg. Alle Löschzüge waren von Sonntagnachmittag bis in die frühen Morgenstunden im Einsatz. Kreisweit wurden bis zum Abend 430 Einsätze gezählt.

Der Löschzug nahm am 29. November 2002 Abschied vom langjährigen stellv. Wehrführer Lukas Dittrich, der im Alter von 83 Jahren verstarb.

Eine Delegation der Führungskräfte gratulierte am 03.12.2002 unserem Ehrenbrandmeister Jakob Radermacher zu seinem 75. Geburtstag.

Nachdem der Kameradschaftsabend 2002, erstmals in der Stadthalle Rheinbach, guten Zuspruch erfahren hatte, wurde der Kameradschaftsabend am 18.01.2003 wiederum in der Stadthalle Rheinbach veranstaltet. An diesem Abend wurden die Kameraden Willi Euskirchen (Queckenberg), Hans-Peter Janssen (Wormersdorf) und Willi Paffenholz (Wormersdorf) für 35jährigen aktiven Feuerwehrdienst mit dem Feuerwehrehrenzeichen in Gold ausgezeichnet.

Am 20. Februar 2003 verabschiedeten wir unseren Kameraden Christian Esser aus dem aktiven Feuerwehrdienst mit einem Fackelzug und Überreichung der Einsatzuniform aus der Drehleiter heraus. Die Verabschiedung wurde mit der Auflage verbunden, so lange wie es geht, weiterhin den St. Martin für den Löschzug I zu übernehmen.

Der dringende Wunsch der Feuerwehrführung nach einem Einsatzleitwagen musste in den vergangenen Jahren immer wieder zurückgestellt werden. Letztlich konnte dem Löschzug im Rahmen einer Feierstunde am 03. Juni 2003 ein neuer Einsatzleitwagen übergeben werden. Der Stadtverband verfügt mit dem neuen Wagen nunmehr über einen Einsatz-Fuhrpark nach dem modernsten Standart.

Goldhochzeit konnte unser Kamerad Helmut Hocke und seine Frau Heidi feiern.

Der Löschzug verliert am 06. August 2003 seinen Ehrenoberbrandmeister Heinrich Radermacher, genannt „Köbes“, der sich um den Feuerschutz besonders verdient gemacht hat und der sich zwei Jahrzehnte lang für die Geschicke des Löschzuges verantwortlich zeigte.

Dank und Anerkennung gab es für den aus dem aktiven Feuerwehrdienst scheidenden langjährigen Stadtjugend-Feuerwehrwart Peter Kleefuß. Peter Kleefuß wurde mit Erreichen der Altersgrenze im Kreise zahlreicher Feuerwehrkameraden in den Ruhestand verabschiedet. Stadtbrandmeister Ewald Zimmermann würdigte das über Jahrzehnte währende vorbildliche und beispielhafte Engagement des scheidenden Stadtjugendfeuerwehrwarts und will die Nachwuchsförderung zukünftig auf eine noch breitere Basis stellen. So werden künftig gleich drei in der Jugendarbeit erfahrene Kräfte als Stadtfeuerwehr-Jugendwarte tätig sein: Hauptbrandmeister Hans Schumacher (Flerzheim), Hauptfeuerwehrmann Josef Schwark (Oberdrees) und Feuerwehrfrau Kristina Eichen (Queckenberg).

Der Rheinbacher Martinszug und die freiwillige Feuerwehr der Stadt Rheinbach gehören so eng zusammen wie der legendäre römische Reitersoldat und sein Ross. Bereits seit 100 Jahren organisiert der Löschzug die Durchführung des St. Martinszuges. Als Initiator benennen die von Dietmar Pertz (Stadtarchivar) herangezogenen Quellen den damaligen I. Hauptmann der Freiwilligen Feuerwehr, Louis Pfahl, der 1903 für den ersten geordneten Martinszug sorgte.

Christian Esser als St. Martin, 2003

Im Zusammenhang mit Louis Pfahl fällt auch der Name des Capellmeisters Wilhelm Bendermacher, aus dessen Feder mindestens drei Martinslieder im Dialekt stammen, die heute weit über die Grenzen Rheinbachs bekannt sind. Für die Stadt selbst hat sich das Engagement der Floriansjünger rund um den Martinszug seit 1903 erhalten und ist daraus nicht mehr wegzudenken. Im Jahr 2003 beteiligten sich 9 Musikkapellen und rund 6.000 Teilnehmer am Zug durch die Stadt Rheinbach, wobei davon rund 4.000 Kinder im Anschluss rund um das Martinsfeuer mit Wecken bedacht wurden.

Zum Abschluss der Dokumentation der geschichtlichen Entwicklung sollte auch noch einmal die Entwicklung der Einsatzzahlen sowie der Einsatzschwerpunkte über die Jahre dargestellt werden.
Sprach man im Jahre 1969 von 19 Einsätzen so stellt sich die Zahl heute zum Abschluss des Jahres 2003 mit 118 Einsätzen um ein vielfaches dar. Wurde man früher vordringlich zu Brandeinsätzen gerufen, steht heute die technische Hilfeleistung mit z.b. 58 Einsätzen im Jahr 2003 im Vordergrund. Dies zeigt, dass durch die Besonderheiten dieser Einsätze eine spezielle Einsatzkonzeption erforderlich ist, die nachhaltige Auswirkungen für die Feuerwehrausbildung, die Ausrüstung, die Einsatzplanung und die Einsatzleitung hat.

Die vergangenen Monate des Jahres 2004 sind noch in so frischer Erinnerung, sei es dem Chronisten erspart, hierzu Einzelheiten aufzuzeigen. Vier Ereignisse seien jedoch aus dem Jahr 2004 hervorgehoben:
Zu Beginn des Jahres formierte sich die Löschgruppenführung auf der Seite der Stellvertretung erneut neu. Die in der Führungsarbeit bewährten Kameraden W. Orth und W. Mertens gaben ihre Leitungsaufgaben in jüngere Hände. Fortan stehen die Kameraden G. Krömer und T. Gundlach für Führungsaufgaben zur Verfügung.

Die Führungskräfte des Löschzug I, April 2004

Des weiteren wurde wieder einmal deutlich, dass das Rheinland und auch die Feuerwehr stark mit dem Karneval verbunden ist. Für die Session 2003/2004 war wieder ein Feuerwehr-Prinzenpaar in Form von Kamerad Hubert Clemens und seiner Roswitha aktiv.

Unsere alte Drehleiter hatte nunmehr endgültig ausgedient. Im Rahmen einer kleinen Feierstunde am 26. Mai 2004 wurde dem Löschzug I eine generalüberholte Drehleiter übergeben. Die dazu erforderlichen Mittel beliefen sich auf 150.000 €, die die Stadt Rheinbach investierte, um eine noch bessere Arbeit der Feuerwehr gewährleisten und fördern zu können.

Vom 9. bis zum 12. Juli 2004 beging der Löschzug auf den Wällen in Rheinbach unter dem Motto “Bürger und Feuerwehr feiern” sein 125-jähriges Bestehen. Eingeleitet wurden die Festtage mit dem Festkommers am 08.07. im Glaspavillon der Stadt.

Die Freiwillige Feuerwehr ist aus der Stadt Rheinbach nicht mehr wegzudenken. Erst die kürzlich durchgeführte Überprüfung der Leistungsfähigkeit der Feuerwehr im Hinblick auf den 25.000zigsten Einwohner der Stadt und der Frage ob eine hauptamtliche Feuerwehr eingerichtet werden muss oder nicht hat gezeigt, dass die Freiwillige Feuerwehr ganz mit der Stadt und der gesamten Bürgerschaft verbunden ist. Sie Stellt sich ständig bei Bränden und sonstigen Einsätzen in den Dienst der Allgemeinheit.

Der Löschzug ist auch zukünftig bemüht, die an ihn gestellten Anforderungen zu erfüllen getreu dem Motto:

Gott zur Ehr, dem Nächsten zur Wehr!
 

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