Löschgruppe



















Ramershoven

Chronik anlässlich des 100-jährigen Bestehens der LG Ramershoven
 

Teil 2: Die Jahre 1958 - 2008:

1958 konnte in Ramershoven das 50-jährige Stiftungsfest gefeiert werden. Im Rahmen des Amtsverbandsfestes wurde am 13.7. im festlich geschmückten Ort dieses Jubiläum würdig begangen.

Oberbrandmeister Frings und seine Mannschaft erfüllten in den 60-iger Jahren ihre Aufgaben, kleinere Brände wurden schnell gelöscht. Großbrände blieben glücklicherweise aus.

1959 und 1961 wurden allerdings größere Einsätze zur Eindämmung von Hochwasser in Peppenhoven, Ramershoven und Flerzheim gemeistert.

1960 wurde übrigens die erste Brandsirene auf dem Dach des Hauses von OBM Frings montiert.

1968 erhielt die Wehr ein neues Feuerwehrgerätehaus, welches auch heute noch, nach diversen Umbauten, genutzt wird. Die Ausrüstung wurde nun ständig verbessert was auch mit der kommunalen Neuordnung 1969 und dem neuen Rhein-Sieg-Kreis zutun hatte. Ramershoven war fortan die Löschgruppe 8 der Freiwilligen Feuerwehr der Stadt Rheinbach. Ramershoven bekam eine neue Motorspritze TS 8/8 der Marke Ziegler mit einem VW Motor. Ein Tragkraftspritzenanhänger wurde durch einen VW-Bulli abgelöst, gefolgt von einem Ford Transit bis hin zum LF 16 TS von Magirus. Es handelte sich durchweg um ältere Fahrzeuge, die aber im Ortsbereich Ramershoven/Peppenhoven gute Dienste leisteten.

In den 70-er Jahren nahm die Wehr mit Begeisterung an sogenannten Schnelligkeitswettkämpfen, auch als wilde Übungen bezeichnet, hauptsächlich bei den befreundeten Vorgebirgswehren teil.

Löschangriffe mit Bereitstellung der Geräte wurden von den besten Gruppen unter 40 Sekunden vollzogen. Schnell hatte Ramershoven auch hier einen guten Namen und so mancher Pokal wurde mit Autokonvois und Hupkonzerten den Ramershovener Bürgern präsentiert.

Stadtbrandmeister Friedel Trumpler waren diese Übungen jedoch ein Dorn im Auge, da die Dienstvorschriften bei diesem Tempo natürlich etwas zu kurz kamen.

1976 kam es in Ramershoven zur Gründung einer Jugendfeuerwehr, die sich über Jahre hinweg als äußerst schlagkräftig und schnell erwies. Unter Leitung von UBM Bernhard Lanzrath sowie weiteren Betreuern konnten bei Wettkämpfen teilweise Seriensiege errungen werden. Die Schlachtrufe klingen mir noch heute in den Ohren.

Diese jungen Feuerwehrmädchen und -jungen bilden heute den Stamm der aktiven Wehr und haben nach und nach ältere Kameraden nach deren Ausscheiden abgelöst und nahtlos ersetzt.

Zur Zeit leidet unser Jugendfeuerwehr ein wenig unter Mitgliedermangel, was sich aber bald unter der Führung von Alexander Mandt ändern soll. Unsere Feuerwehrflitzer 112, Kinder von 5-9 Jahren, werden durch die Kameraden Guido und Ralf Segler an die Jugendfeuerwehr herangeführt. Wenn sie zehn Jahre alt sind, werden sie unsere Jugendgruppe wieder verstärken.

1979 wurde OBM Josef Frings in den Ruhestand verabschiedet. Für zwei Jahre teilten sich Matthias Kirchhartz und Lothar Brandenburg die Löschgruppenführung. Ab 1981 habe ich dann alleine die Geschicke der Löschgruppe geleitet, bis ins Jahr 2006, also 28 Jahre.

1983 feierte die Löschgruppe ihr 75-jähriges Stiftungsfest mit Festkommers, Festball und der Ausrichtung des Stadtfeuerwehrtages von Rheinbach am Sonntag.

Den größten Einsatz für die Löschgruppe Ramershoven gab es im September 1991 auf Rheinbacher Kirmesdienstag. Die Scheune und die Stallungen des Hofes Josef Dormagen mitten im Ort brannten in voller Ausdehnung. Fast alle Löschgruppen der Stadt rasten nach Ramershoven. Selbst die Löschgruppe Witterschlick, die bei einer Übung den Funk mithörte, rückte zur Unterstützung an. Ich erinnere mich an einen Funkspruch eines Rheinbacher Brandmeisters: “Alles was Wasser hat sofort nach Ramershoven!”

Die Scheune brannte übrigens aus, aber alle angrenzenden Gebäude konnten dank der bis zu 80 Einsatzkräfte gerettet werden.

Von 1997 bis 1998 wurde das Feuerwehrgerätehaus in Eigenleistung modernisiert und vergrößert. Mit vielen, vielen ehrenamtlichen Arbeitsstunden, meist an Wochenenden, wurden ein neuer Schulungsraum sowie sanitäre Anlage errichtet und im Mai 1998 zünftig eingeweiht.

Noch im gleichen Jahr wurde mit Anne Schragen die erste Feuerwehrfrau in den aktiven Dienst einer Rheinbacher Löschgruppe übernommen. Bis heute steht sie mit inzwischen fünf weiteren Mädchen ihre Frau in der Löschgruppe.

Heute Abend ist sie entschuldigt. Sie hält sich in Australien auf. Wir wollten sie ja einfliegen lassen; aber Laurenz Kreuser hat die Kostenübernahme abgelehnt.

Am 24. Mai 2002 war ein ganz besonderer Tag für die Ramershovener Feuerwehrfrauen und -männer. Nach jahrelangen Versprechungen, mit gefühlten fünf Jahren Verspätung, wurde an diesem Tag endlich das langersehnte niegelnagelneue Löschfahrzeug TSF-W der Marke Mercedes-Benz 614 D, an die Löschgruppe übergeben. Bis spät in die Nacht dauerten die Feierlichkeiten. Der gesamte Ort war zur Gratulation erschienen.

Am nächsten Morgen, gegen 4.30 Uhr, nach ca. zwei Stunden Schlaf heulten die Sirenen. Der erste Einsatz mit dem neuen Fahrzeug stand an: Verkehrsunfall im Kottenforst, Beifahrer unter Schockeinwirkung wahrscheinlich im Wald verirrt. Trotz der frühen Morgenstunde , mit kleinen Augen begab sich eine halbwegs einsatzbereite Staffel auf den Weg in den Kottenforst. Das Blumengebinde auf der Motorhaube wurde erst bei Eintreffen an der Unfallstelle entfernt- auf meinen Befehl hin- schließlich wusste ja niemand wie dieser Schmuck auf die Unfallbeteiligten bzw. auf die Polizei wirken würden.
 

In den Jahren bis heute, zeigen sich in unserer Einsatzstatistik ca. 5-10 Einsätze durchschnittlich pro Jahr . Brand- und Hilfeleistungen sind jedoch nicht alles, was die Feuerwehr im Ort leistet. Die Löschgruppe ist in viele Aktivitäten des Dorfes eingebunden. Ob Kirmes, Kartoffelfest oder St.Martin, die Freiwillige Feuerwehr ist immer dabei.

Seit Januar 2007 hat BM Christian Schragen die Leitung der Löschgruppe übernommen. Wir wünschen ihm allzeit eine gute Hand und der Löschgruppe viel Erfolg auf dem Weg zu den nächsten hundert Jahren im Dienste unserer Nächsten getreu dem Motto “Gott zur Ehr, dem Nächsten zur Wehr”!
 

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