Löschgruppe









Wormersdorf

Die Löschgruppe Wormersdorf:
 

Das LF 10/6 der Löschgruppe Wormersdorf

Historie der Löschgruppe Wormersdorf

Bevor die Freiwillige Feuerwehr gegründet wurde, war es Pflicht eines jeden Bürgers, im Brandfalle seinem Nächsten zur Seite zu stehen. Löschgeräte mußte jeder für den Ernstfall bereithalten.

Ohne richtige Führung blieb der Erfolg oft aus, so erließ im Jahr 1906 der damalige Präsident der Rheinprovinz, in allen Gemeinden eine Pflichtfeuerwehr ins Leben zu rufen, wenn keine freiwillige Feuerwehr den Brandschutz übernehmen könne.

Aus diesem Grunde lud der damalige Ortsvorsteher Schneider die wehrfähigen Männer der Gemeinde Wormersdorf zu einer Versammlung, deren Zweck es war, eine freiwillige Feuerwehr ins Leben zu rufen, ein. Der Einladung folgten ca. 50 Männer des Dorfes.

Als 1. Hauptmann der Freiwilligen Feuerwehr Wormersdorf wurde Herr Engelbert Dahlem gewählt, sein Stellvertreter und 2. Hauptmann Herr Peter Krings. Zum Schluß wurde die junge Wehr auf die verantwortungsvolle Aufgabe und Pflicht hingewiesen, die sie übernommen hatte.

Mit Geldzuweisungen der Gemeinde und mit Spenden der Versicherungs- gesellschaften, sowie Beiträge der Mitglieder, wurden Uniformen und Geräte angeschafft. Eine Handdruckspritze wurde bereits im Jahre 1905 von der Gemeinde angeschafft und war bei der Gründung bereits vorhanden.

Durch regen Besuch der Übungsstunden wurde eine gute Einsatzbereitschaft und Schlagkraft erreicht. Aus den interessierten Mitgliedern wurde 1908 ein Trommler- Corps gebildet, aus dem später das Tambour-Corps entstand. Nach einem Bombenangriff 1945 lösten sich Männer und Frauen an der Handdruckspritze ab. Sie kämpften stundenlang gegen Brand und Zerstörung. Alle halfen zu retten und bergen, was noch möglich war.

Nach Kriegsende am 8. Mai 1945 kehrten nach und nach die Männer zurück. Es galt nun, die ehemaligen Feuerwehrmänner wieder zu sammeln. Nicht alle der zum Kriege einberufenen Mitglieder kehrten zurück. Brandmeister Unkelbach warb für junge Freiwillige.

1947 formierte sich die Freiwillige Feuerwehr aufs Neue. Zahlreiche Neuzugänge waren zu verzeichnen. Da aus finanziellen Gründen ein Neukauf der Geräte nicht möglich war, wurde an dem vom Krieg verschonten geübt und ausgebildet. 1949 wurde die Wehr mit neuen Uniformen ausgerüstet.

Am 14. und 15. Juli 1957 feierte die Freiwillige Feuerwehr Wormersdorf mit der ganzen Gemeinde und viel Aufwand das fünfzigjährige Stiftungsfest. Es war verbunden mit dem Amtsverbandsfest des Amtes Rheinbach-Land. Der wirtschaftliche Aufschwung nach dem Kriege hatte begonnen. Ausrüstungen und Geräte wurden neu angeschafft und verbessert. 1959 erhielt die Wehr von der Gemeinde ein Tragkraftspritzenfahrzeug mit voller Ausrüstung. Dadurch konnte die Ausbildung in verstärktem Maße fortgesetzt werden.

Das überragende Ereignis 1960 war der Kreisfeuerwehrtag, mit Totenehrung, Feuerwerk und großem Zapfenstreich. Über 800 Feuerwehrmänner aus dem Landkreis Bonn waren nach Wormersdorf gekommen, um teilzunehmen. Am 22. Juli 1962 wurde die neu angeschaffte Fahne nach der Weihe in der Kirche feierlich übergeben. Verbunden mit der Fahnenweihe wurde das Amtsverbandsfest des Amtes Rheinbach-Land abgehalten.

Von 1961-1968 fanden Schnelligkeitswettbewerbe auf Kreis- und Bezirksebene statt. Hierbei kamen hervorragende Platzierungen der Freiwilligen Feuerwehr Wormersdorf zustande.

1967 wurde das Feuerwehrhaus auf dem alten Sportplatz gebaut und der Wehr übergeben.

In den Jahren 1967, 1968 und 1969 wurde auf Amtsebene ein Schnelligkeitswettbewerb durchgeführt, in dem ein Wanderpokal ausgesetzt wurde. Zweimal errang ihn Queckenberg und 1969 beim letzten Wettbewerb die Wehr aus Wormersdorf.

1969 war das Jahr der Raumordnung. Das Amt Rheinbach-Land wurde aufgelöst und war nun Stadt Rheinbach. Ebenso aufgelöst wurde der Landkreis Bonn, der seitdem zum Rhein-Sieg-Kreis gehört.

Jede Stadt oder Gemeinde konnte nur eine Freiwillige Feuerwehr haben. Die Freiwillige Feuerwehr Wormersdorf führte nun die Bezeichnung: Freiwillige Feuerwehr der Stadt Rheinbach, Löschgruppe Wormersdorf. Von 1969 - 1996 bil- deten wir einen Löschzug mit Hilberath. Leiter der FF Rheinbach wurde Haupt- brandmeister Trumpler aus Rheinbach. Sein Stellvertreter Hauptbrandmeister Dietrich aus Wormersdorf.

Die Löschgruppe Wormersdorf nahm von 1970 bis 1977 in ununterbrochener Reihenfolge an den Leistungsnachweisen teil und erhielt dafür 1972 das bronzene, 1974 das silberne und 1976 das goldene Leistungsschild. 1978 besichtigte der Kreisbrandmeister die Wehren in ihren Standorten und überzeugte sich von dem Leistungsstand.

1976 wurde das Tragkraftspritzen-Fahrzeug abgegeben und durch ein LF 8 von der Stadt Rheinbach ersetzt.

Nach dem Maschinisten- und Truppführerlehrgang, sowie dem 1974 erfolgreich abgeschlossenen Brandmeisterlehrgang in Münster, wurde Hans-Peter Janssen zum Brandmeister befördert. Im Februar 1976 wurde er mit der Führung der Löschgruppe beauftragt.

Bis 1980 hatte die Löschgruppe kein Aufenthaltsraum. Sie ging ans Werk und baute im Gerätehaus in vielen Freizeitstunden mit eigenen Mitteln einen vielseitig zu nutzenden Aufenthaltsraum. Dort wurden alle Urkunden und Gastgeschenke der vergangenen Jahre untergebracht. Da der Umbau den finanziellen Rahmen sprengte, beteiligte sich die Löschgruppe erstmals an der Großkirmes. Es wurde ein nicht erwarteter Erfolg, der uns ermutigte, dies bis 1984 fortzusetzen.

Zur Gründung einer Jugendfeuerwehr am 11.05.1982 wurde von Bürgermeister Günther Zavelberg und Brandmeister Janssen Jugendliche eigens hierfür eingeladen. Nach kürzester Zeit gehörten 18 Jugendliche der Gruppe an, ernannt als Jugendleiter wurden H. Peter Kleefuß und Willi Bois.

Am 28. und 29.08.82 feierten wir unser 75 jähriges Vereinsjubiläum. Aus diesem Anlaß konnten wir bei der Fa. Ziegler in Ulm ein neues Löschgruppenfahrzeug abholen.

Bei hervorragendem Wetter ging der Festzug mit allen Löschgruppen der Stadt Rheinbach sowie allen Fahrzeugen durch unseren Ort. Anschließend begannen die mit Spannung erwarteten Wettkämpfe der Jugendwehr und der Aktiven. Hierbei belegte unsere Löschgruppe den 1. Platz. Aber die Freude sollte noch größer werden, auch die Jugendfeuerwehr hatte ebenfalls den 1. Platz errungen. Alle Mühen, Arbeiten und Übungen hatten sich somit für das 75jährige Stiftungsfest gelohnt.

In Anerkennung besondere Leistungen im Natur- und Umweltschutzes verlieh am 17.11.87 der Rhein-Sieg-Kreis der Jugendfeuerwehr im Siegburger Kreishaus einen Jugend-Sonderpreis. Der Oberkreisdirektor Dr. Kiwit und der stellvertretende Landrat Dr. Wim Nobel überreichten einer Abordnung unserer Wehr sowie der Jugendfeuerwehr eine Urkunde und einen Scheck in Höhe von 500,- DM.

Nach halbjähriger Bauzeit wurde am 11.05.1988 in einem Festakt das neue Feuerwehrhaus an die Löschgruppe Wormersdorf übergeben. Besonderen Dank gebührt an dieser Stelle den beiden Ratsherren G. Zavelberg und H. J. Kliem, ohne die der Umbau des Feuerwehrhauses nicht zustande gekommen wäre. Am 28.08.1988 wurde das neue Gerätehaus der Bevölkerung im Rahmen eines Tages der offenen Tür vorgestellt.

Kamerad H. Peter Kleefuß bestand am 9.11.1988 die Brandmeisterprüfung an der Landesfeuerwehrschule in Münster.

Der Gerätewagen (GW-ÖL) wurde vom Löschzug Rheinbach an unsere Löschgruppe übergeben. Dieses zweite Fahrzeug ist speziell für Ölunfälle und -spuren sowie für Hochwassereinsätze ausgerüstet. An neuen Geräten wurden zwei Handfunkgeräte angeschafft.

Beim Kameradschaftsabend am 18. Januar 1992 wurde H. R Kleefuß zum Stadtjugendfeuerwehrwart ernannt. Neue Jugendwarte wurden P. Schäfer und T. Gundlach.

Als besonderen Einsatz verzeichnen wir in der Geschichte der Löschgruppe die Wegsicherung anläßlich der Tour de France in unserem Ort am 21. Juli 1992.

Der Stadtfeuerwehrtag fand am 16. August 1992 anläßlich des 10-jährigen Jubiläums der Wormersdorfer Jugendfeuerwehr in unserem Ort statt, wobei die Jugendfeuerwehr den 1. Platz errang.

Der Martinszug wurde erstmals am 09. November 1992 von der Löschgruppe in eigener Verantwortung durchgeführt.

Seit dem 1.6.1996 bilden Wormersdorf und Flerzheim einen Löschzug. Aus diesem Anlaß fand in Flerzheim die erste Zugübung statt.

Im Jahr 1997 wurde Hans-Peter Kleefuß als erster aktiver Feuerwehrkamerad mit dem „Goldenen Ehrenzeichen“ des Landes Nordrhein Westfalen ausgezeichnet. Auch wurde ihm die „Ehrennadel der Deutschen Jugendfeuerwehr in Silber“ überreicht.

Der Kreisfeuerwehrverband verlieh Hans-Peter Janssen in Anerkennung der Verdienste um den Feuerschutz im Rhein-Sieg-Kreis die Ehrennadel.

Im Juli 1997 dann feierte die Löschgruppe an drei Tagen Ihr 90jähriges Stiftungsfest. Das gesamte Wochenende mit Disco, Tanzabend und Stadtfeuerwehrtag wurde ein voller Erfolg. Besonders der Sonntag wurde Dank des hervorragenden Wetters und der Teilnahme aus der Bevölkerung ein Erlebnis. Dieses Fest war sicherlich ein Höhepunkt an Arbeit aber auch Anerkennung der Wormersdorfer Löschgruppe.

Auf dem Stadtfeuerwehrtag 1998 in Niederdrees konnte die Jugendfeuerwehr wiedereinmal Ihre Ausnahmestellung unter Beweis stellen. Sie siegte zum 3. Mal und sicherte sich somit den Verbleib des begehrten Wanderpokals in Wormersdorf. Auch die Aktiven Kameraden um Löschgruppenführer Janssen freuten sich mit dem Nachwuchs.

Im Jahr 1999 besuchte der UBM Gregor Zörn den Brandmeisterlehrgang am Institut der Feuerwehr in Münster. Mit Teilnahme am Kameradschaftsabend wurde er dann zum Brandmeister befördert.

Es folgte das Millenium-Jahr 2000. Hier wurde wegen der befürchteten Probleme zum Jahreswechsel 99/2000 eine Bereitschaft in allen Gerätehäusern auf Stadtebene angeordnet. Unter der Leitung und Organisation von LG-Führer Janssen und BM Zörn wurde der Abend trotz Wasser und antialkoholischen Getränken ein voller Erfolg. Es wurde natürlich in Begleitung der Ehefrauen und Freundinnen gefeiert. Für die Löschgruppe Wormersdorf blieb es ein ruhiger Abend.

Am 3.Juli 2000 wurde das Dorf mitten im Hochsommer von einem Jahrhunderthagel überrascht. Die Wormersdorfer Wehr musste mit Unterstützung aller Rheinbacher Löschgruppen zu weit über 60 Einsätzen an einem Abend gerufen werden. In Erinnerung bleiben sicherlich die Einsätze in zwei Wormersdorfer Kneipen, die bis unter die Kellerdecke voll Hagel waren. Den größten Schaden trug aber sicherlich die ortsansässige Landwirtschaft davon. Mitten im Sommer fuhren Räumfahrzeuge durchs Dorf, um die Berge von tennisballgroßem Hagel zu beseitigen.

Nach über 25 Jahren Tätigkeit als Löschgruppenführer übergibt OBM Hans Peter Janssen auf dem Kameradschaftsabend 2001 sein Amt in die Hände von BM Gregor Zörn. Seine Verdienste wurden von Stadtbrandinspektor Ewald Zimmer- mann in einer Rede gewürdigt. Hans Peter Janssen hinterlässt seinem Nachfolger eine außerordentlich intakte, junge und schlagkräftige Löschgruppe. Dies gelang Ihm in einem Vierteljahrhundert dank seiner kontinuierlichen, zielstrebigen aber auch harten Art. Seine Mühen und Verdienste werden der Löschgruppe Wormersdorf immer in ehrender Erinnerung bleiben.

Im Jahre 2002 wurde der neue Löschgruppenführer Gregor Zörn dann zum Oberbrandmeister befördert. Sein stellvertretender Löschgruppenführer ist Hans Peter Kleefuß, der auch schon 26 Jahre bei H.P.Janssen seine ganze Kraft in den Dienst der LG stellte.

In diesem Jahr wurde dann auch die Jugendfeuerwehr wieder in die alt bewährten Hände von UBM Peter Schaefer und UBM Bernhard Belz gelegt.

Nach ein paar Jahren ohne großartige Erfolge möchte die JFW Wormersdorf mit diesen Betreuern wieder an alte, erfolgreiche Jahre anknüpfen.

Mit Erreichen des 60. Lebensjahres scheidet der Kamerad Hans Peter Kleefuß im September 2003 aus dem aktiven Dienst aus.

Die Löschgruppe verliert Ihren Stellvertreter, die Stadt Ihren Stadtjugendfeuerwehrwart und der Rhein-Sieg-Kreis einen erfahrenen und unermüdlichen Feuerwehrmann. Auch die Kameraden der Löschgruppe haben Peter in seinen 42!! Jahren aktiver Dienst sehr viel zu verdanken. Privat wie im Bereich der Feuerwehr war Peter Kleefuß ein oft gefragter Freund, der es immer verstand schnelle und unkomplizierte Lösungen zu schmieden. Die Stadt würdigte die Verdienste um die Feuerwehr und verlieh Ihm die Ehrengabe der Stadt Rheinbach.

Zum neuen stellvertretenden Löschgruppenführer wurde Stefan Schaaf in 2003 ernannt, nachdem er den erforderlichen Brandmeisterlehrgang am Institut der Feuerwehr erfolgreich absolviert hat.

Die Löschgruppe Wormersdorf liegt seit 2003 in den Händen von Gregor Zörn und Stefan Schaaf, die mit Ihrem jungen Vorstand die Geschicke in die Zukunft lenken und gestalten wollen. Das größte Highlight in der noch jungen Löschgruppenführung wird sicherlich das 100jährige Stiftungsfest im Jahr 2007 sein.
 

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